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Newsarchiv (März 2006)

Gefühle! von Nachos für den Dip 30.03.2006, 22:06 Uhr
Eine Liebe im Sommer

Es war einer der ersten herrlichen Sommertage. Ich lag mit meinen Freunden am Baggersee und beobachtete die Mädchen, die sich am Sandstrand sonnten und miteinander Karten spielten.
Auch Sophie war dabei. Sophie ging in meine Parallelklasse. Sie war mir schon oft aufgefallen.
Ihre Art, wie sie sich bewegte, wie sie lächelte... Ich war unglaublich verknallt.
Sie blickte zu mir rüber. Und dann, plötzlich, verließ sie die Anderen und kam auf uns zu.
Wortlos setzte sie sich neben mich ins Gras. Meine Freunde grinsten und liefen ins Wasser, wo sie ausgelassen planschten.
Sophie sah mich an. Ich wurde rot. „Hast du Lust heute Abend mit uns zu grillen?“ Ich starrte sie an. Hatte sie wirklich mich gemeint?
„Sehr gerne. Ich hoffe meine Eltern erlauben es.“ „Na, hoffentlich. Ich würde mich echt freuen. Um sieben Uhr fangen wir an.“ Und damit verschwand sie wieder.
„Jan, was wollte die denn von dir?“, fragte René. „Sie hat mich gefragt, ob ich heute mit ihr und den anderen Mädchen grillen möchte.“ René grinste. „Und du hast natürlich „Nein“ gesagt.“ „Na ja, ich habe schon gesagt, dass ich gerne kommen würde.“ Und spürte, dass ich schon wieder rot wurde. René lachte und legte sich auf sein Handtuch. „Prima, ich begleite dich. Dann haben deine Eltern auch nichts dagegen.“
Ich hatte meine coolste Hose und mein neues Hemd angezogen. Noch etwas Gel in die Haare. Zufrieden betrachtete ich mich im Spiegel. Ich war sehr aufgeregt.
Um halb sieben holte René mich ab. Wir fuhren mit unseren Rädern zum See. Schon von weitem sahen wir das Lagerfeuer. Sophie spielte auf ihrer Gitarre. Als sie mich bemerkte, legte sie diese weg. Sie kam auf mich und René zu. „Schön, dass du da bist.“, sagte sie und hauchte mir einen Kuss auf die Wange. Mein Herz fing an wie wild zu pochen und meine Knie wurden weich.
Sie nahm meine Hand und führte mich an den Platz, an dem sie gesessen hatte. Sie nahm ihre Gitarre und begann zu spielen. Es waren ruhige, schöne Lieder. Einige kannte ich und summte leise mit. Ich beobachtete ihre Finger, ihre Hände, wie sie über die Saiten glitten.
So sanft und gefühlvoll. Ich hatte nur Augen für sie. Und sie für mich.
Mittlerweile war es richtig dunkel geworden. Der Mond schien über den See und sein Licht spiegelte sich im ruhigen Wasser.
Ich tippte Sophie leicht an die Schulter. Sie hörte auf zu spielen. Ich nahm ihre Hand. „Ich muss dir etwas zeigen.“
Wir liefen einen schmalen Pfad am See entlang. Ich blieb vor einem riesigen Busch stehen und zog die Zweige auseinander. Wir schlüpften hindurch. Der Busch bildete eine Art Höhle, mit einem weiten Blick auf den See. Vor uns im Wasser schliefen drei Schwäne, die Köpfe unter dem Flügel versteckt.
Ich schloss meine Arme um sie. Sie lehnte ihren Kopf an meine Schulter. „Gefällt es dir hier?“ „Ja, es ist wunderschön.“ „Du bist wunderschön“, sagte ich, und nahm sie noch fester in den Arm. Sophie drehte sich um und lächelte mich an. Ich beugte mich zu ihr runter.
Ich schloss die Augen. Wir küssten uns. In meinem Bauch begann es zu kribbeln.
Ich war sehr glücklich. Das hatte ich mir schon solange gewünscht.
Ich weiß nicht mehr, wie lange wir noch so dastanden. Ich weiß nur, dass ich mir wünschte, die Erde, die Zeit sollten stillstehen, damit dieser Augenblick für immer bliebe.
„Wir müssen mal wieder zurück zu den Anderen“, sagte ich. Sie nickte und schweigend Arm in Arm, wanderten wir zurück.
René lief uns entgegen. „Jan, da bist du ja endlich. Wir müssen los, es ist fast elf.“ „Schade, dass du schon gehen musst. Kommst du morgen wieder her?“ „Wenn du auch hier bist?“„Ich werde den ganzen Tag hier sein. Ich warte auf dich.“ Sophie küsste mich zum Abschied. Ich fuhr mit René immer noch ganz benommen nach Hause.

In dieser Nacht lag ich noch lange wach. In meinem Bauch kribbelte es noch immer. Ich dachte an Sophie, an ihr Gitarrenspiel, unsere Höhle und unseren ersten Kuss.
Lächelnd schlief ich ein.
Beim Frühstück am nächsten Morgen konnte ich kaum ruhig sitzen. „Was bist du denn heute so nervös?“, fragte mein Vater. „Ach, ich möchte heute nur einfach ganz früh wieder zum See.“ „Wie heißt sie denn?“, fragte meine Mutter. „Sophie“, sagte ich und bekam rote Wangen. „Na dann, geh schon.“, lachte mein Vater. Ich rannte in mein Zimmer, packte meine Badesachen und die Wolldecke und radelte in Windeseile zum See.
Sophie saß mit ihrer Gitarre auf einem großen Stein am Ufer des Sees. Als sie mich erblickte, kam sie auf mich zu. „Schön, das du da bist.“ Ich küsste sie und nahm ihre Hand.
Den ganzen Tag verbrachten wir in unserer Höhle am See. Langsam tauchte das Licht der untergehenden Sonne die Welt um uns in ein leuchtendes Rot. Sophie zeigte mir ein paar Griffe auf der Gitarre, später spielte sie wieder und ich hörte ihr zu. Ich fing an zu träumen. Als es kühler wurde, kuschelten wir uns eng aneinander und legten die Decke um uns.
So hätte es für immer bleiben können. Wir trafen uns nun täglich und hatten eine schöne Beziehung, doch am Ende des Sommers kam alles anders als geplant. Ich war mit Sophie mal wieder in unserer Höhle, doch es war anders als sonst. Sophie war leicht angespannt und so fragte ich sie: ,,Was ist los? Was bedrückt dich?“ Verschüchtert und mit tränen in den Augen antwortete sie: ,,Ab morgen werden wir uns nicht mehr sehen können.“ Ich fragte: ,,Warum ?“ ,,Mein Vater hat in Washington einen Arbeitsplatz gefunden und ich werde schon morgen abreisen müssen“, antwortete sie. Ich nahm sie in meine Arme und sie legte ihren Kopf auf meine Schulter, wir saßen noch lange an diesem Abend in unserer Höhle, kuschelten und genossen unsere letzte Zeit miteinander. Gegen Mitternacht brachte ich Sophie nach Hause bis an die Haustür. Dort haben wir uns das letztes mal geküsst. Sie sagte: ,,Tschüss Jan, ich werde dich vermissen, mein Herz wird immer dir gehören. ,,Ich werde dich vermissen“, rief ich im weglaufen, um den Abschied zu beschleunigen, da es sehr weh tat die große Liebe einfach laufen zu lassen. Ich tauchte einige Tage in meinem Zimmer ab um den Schmerz zu verarbeiten. In dieser Zeit schrieb ich ein Gedicht über die Liebe im Sommer:

Eine Liebe im Sommer
Meine Liebe im Sommer
Sie kam mit den ersten warmen Strahlen.
Und sie ging, als die Sonne ihre Kraft verlor.
Der Zauber eines Sommers
Wohnt jetzt in mir.
Ich werde ihn in mir tragen,
wenn es dunkel wird und kalt.
Werde ich zurückkehren,
an jenen warmen Ort, an dem ich glücklich war.

Wenn ich dieses Gedicht lese, denke ich zurück an Sophie, an ihre Gitarre und unsere wunderbare Zeit zusammen.

[nc]MaSchmelO

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